Ein Lkw wirbelt auf der Autobahn einen Splitt auf, Sie hören den Schlag gegen die Scheibe und hoffen einen Moment lang, dass nichts passiert ist. Dann entdecken Sie ihn am Rand der Windschutzscheibe: einen kleinen weißen Stern, kaum größer als ein Ein-Cent-Stück. Sie nehmen sich vor, am Wochenende danach zu sehen. Zwei kalte Morgen und einen heißen Nachmittag später hat er einen Ausläufer bekommen.
Genau für dieses Zeitfenster ist Glasyx gemacht, für die wenigen Tage zwischen dem Einschlag und dem Riss, den sich niemand mehr schönreden kann. Es handelt sich um ein UV-härtendes Acrylharz aus derselben Produktfamilie, mit der Autoglas-Techniker arbeiten, aufbereitet für Fahrer ohne jede Vorkenntnis. Sie setzen einen Tropfen auf den Bruch, legen eine Aushärtefolie darüber, streichen die Luft heraus und lassen das Ganze in der Sonne stehen. Zwanzig Minuten später ziehen Sie den Überstand mit der Klinge ab, und der Schaden ist versiegelt.
Was die meisten zum Handeln bringt, ist schlicht die Rechnung. Eine neue Windschutzscheibe kostet rund 450 €, und bei Fahrzeugen ab Baujahr 2018 macht ein Scheibentausch in der Regel eine Kalibrierung der Frontkamera erforderlich, die Werkstätten üblicherweise mit 250 bis 700 € berechnen, beim Vertragshändler bis zu 1.000 €, und die im ersten Kostenvoranschlag selten auftaucht. Eine Reparatur in der Werkstatt fällt mit 80 bis 160 € milder aus, kostet Sie aber einen Termin und einen halben Tag. Das Set bleibt unter 50 € und liegt bereits im Auto.
Der Lieferumfang lässt sich in einer Zeile aufzählen: eine 20-ml-Flasche Harz, fünf Aushärtefolien und eine Auftragsklinge. Mehr verlangt die Arbeit nicht. Das Harz härtet erst aus, wenn UV-Licht darauf trifft, deshalb verdirbt die Flasche nach dem ersten Einsatz nicht, und 20 ml reichen für mehrere kleine Einschläge. Wo am Stellplatz keine verlässliche direkte Sonne ankommt, übernimmt eine günstige UV-Lampe dieselbe Aufgabe, notwendig ist sie aber nicht.
Glasyx: für wen ist das Set gedacht?
In erster Linie für ganz normale Fahrer, nicht für Profis. Für alle ohne Teilkasko, die einen Steinschlag ohnehin aus eigener Tasche zahlen. Für alle, die wegen einer Kleinigkeit keinen Schaden melden und sich nicht an eine Werkstattbindung halten möchten. Für den Zweitwagen, bei dem sich eine Scheibe für 450 € schlicht nicht mehr rechnet. Für die Familie mitten auf der Urlaubsfahrt, die keinen halben Tag mit der Suche nach einer Werkstatt am fremden Ort verlieren will. Und für alle, die lieber sofort handeln, statt auf einen Termin zu warten, denn ein Riss im Sichtfeld des Fahrers kann bei der Hauptuntersuchung beanstandet werden.
Genauso oft landet das Harz auf Glas, das mit dem Auto nichts zu tun hat. Ein gesprungener Badspiegel, eine angeschlagene Glastischplatte, eine verspiegelte Schranktür: Das Harz reagiert weder mit Glas noch mit der Verbundfolie noch mit der Spiegelbeschichtung und verhält sich deshalb überall gleich. Und weil das ganze Set aus einer Flasche, einem Satz Folien und einer Klinge besteht, wohnt es im Handschuhfach und fährt mit, also genau dort, wo Sie es an dem Tag brauchen, an dem Sie ein Stein erwischt.